“Und jetzt werde ich dich beendet,” sagte Milan ruhig. Dann schoss er Clenin.
-----------------------
Es war lichtlos. Wie lange er so gelegen hat, wusste er nicht. Eine Sekunde, eine Minute, ein Tag, eine Ewigkeit - das war schwer zu bestimmen. Langsam vergass er fast alles. Was er während des Schicksalstags machte, was er für seine Stelle tat, wo er lebte, wen er liebte, hasste, vermisste, verlor, fand...
"Clenin!" rief eine Stimme.
Ganz fremd, dachte der arme Mann. Wer ist Clenin? Wer ruft ihn?
"Wach auf!" Und wieder, lauter als bevor: "Clenin!"
Der Mann öffnete seine Augen. Er blinkte. "Na gut, na gut," sagte die Stimme, "jetzt bist du hellwach. Wir haben so viel zu tun, so viel. Komm, steh schnell auf, und folg mir, folg mir."
Die Besitzerin der Stimme glitt weg. Mal glitten sie, mal sprangen sie. Plötzlich sah sie, dass Clenin ihr nicht folgte, und sie rief laut: "Komm, Clenin, komm!"
Was für eine fremde Erfahrung habe ich, dachte der verwirrte Mann, aber er stand auf und er folgte der Frau. Wo sie glitten, schnell, hin und her, dort lief der Mann, bis sie beide zu dem Rand eines Tals kammen.
Er sah jetzt, dass sie auf ihre Schulter die Schmuckstücke trug, die scharfe Kanten haben; die Schlange und der Rabe, leuchtend im Licht...
"Hör gut zu, gut zu", sagte die außerweltliche Frau, "Ich bin die erste Frau in dieser Geschichte. Du bist tot." Der Mann konnte den Kopf nur im Wunder schütteln. "Das macht keinen Sinn," fuhr die Frau fort, "Ich weiß, was du denkst. Aber hörst du mich. Wenn du eine Chance hättest, eine neues Leben zu beginnen, würdest du sie nehmen? Ich biete sie dir jetzt an."
"Lass doch," fragte der Mann, "wie kannst du mir das anbieten?"
"Ah, ich habe schon gesagt – ich bin die erste Frau dieser Geschichte. So soll ich Macht haben, und Macht habe ich."
"Verrückte Frau! Du zog dich wie eine verrückte greichische Göttin an. Und diese Schmuckstücke...!"
Die Frau laechelte. "Lass dich meinen Willen. Stell dir vor, wenn du eine wundersame Fähigkeit haben könntest, was würdest du haben?"
"Wenn ich nur die Gedanken anderer Leute wüsste!" rief der Mann aus, zum Spaß, aber die Frau nickte, und dann schob sie ihn ins Tal.
-----------------------
"Mein Gott," sagte Milan, "Du trinkst doch zu viel. Das ist für dich ganz ungesund." Er hob den besoffenen Clenin ab, und der Traum des Manne wurde aufgehoben...ob er ein Traum wirklich war, wusste Clenin nicht, aber er konnte plötzlich die Gedanken von Milan hören, und das war gar nicht ein klein Wunder....
Fortsetzung folgt...
Schicksalstag – fateful day
hellwach – wide awake
gleiten (glitten) – to glide
fortfahren – to continue
Willen lassen – to humour somebody
sich vorstellen – to imagine
nickten - nodded
aufheben - to lift
hellwach – wide awake
gleiten (glitten) – to glide
fortfahren – to continue
Willen lassen – to humour somebody
sich vorstellen – to imagine
nickten - nodded
aufheben - to lift
Was wurde Clenin mit seiner neuen Fähigkeit tun? Oder war das nur ein Traum? Schoss Milan Clenin nicht? Was passierte?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen